Wie lange braucht Holzleim zum Aushärten?
Das Aushärten von Holzleim wird von drei Faktoren bestimmt: der Art des Leims, der Art der Verarbeitung und den Umgebungsbedingungen.
Holzleime gibt es in verschiedenen Beanspruchungsgruppen. Diese sind klassifiziert von D1 bis D4. D1-Leim ist für Anwendungen im Innenbereich gemacht und verträgt die geringste Beanspruchung. D4-Leime hingegen eignen sich auch für den Außenbereich an Werkteilen, die der Witterung ausgesetzt sind.
Die Abbindezeit
Je höher die Beanspruchungsgruppe, desto länger die Trocknungszeit. Die beginnt mit der Abbindezeit, also der Zeit, die der Leim benötigt, um nach dem Auftragen vom flüssigen in den festen Zustand überzugehen. D1-Leim bindet in etwa 10 Minuten ab. D2-, D3- und D4-Leim brauchen mit 15 bis 20 Minuten etwa doppelt so lange. Bei Lackleim ist etwas mehr Geduld gefragt: Er bindet nach rund 30 Minuten ab. Die Abbindezeit entspricht in etwa der Presszeit, um die Verbindung zwischen den Werkteilen zu stärken.
Die Umgebungsbedingungen
Die Dauer der jeweiligen Abbindezeit gilt bei sachgemäßer Verarbeitung und Lagerung bei idealen Bedingungen. Die Raumtemperatur liegt bei etwa 20 Grad und geringer bis durchschnittlicher Luftfeuchte. Der Lagerplatz ist gut durchlüftet. Und das zu verarbeitende Holz ist trocken.
Sind Umgebung und Holz kühl und feucht, verlängern sich die Zeiten. Geringere Temperaturen und hohe Luftfeuchte erschweren das Abbinden. Es ist also ratsam, für optimale Bedingungen zu sorgen, bevor mit der eigentlichen Arbeit begonnen wird.
Die Art der Verarbeitung
Je mehr Leim im Spiel, desto länger dauert das Abbinden, Trocknen und Aushärten. Deshalb den Leim in der Regel möglichst dünn auftragen. Auch auf die Art des zu verarbeitenden Holzes kommt es an. Je grobporiger das Werkteil, umso mehr kann es Feuchtigkeit aufnehmen. Das führt zu kürzerer Trockendauer. Umgekehrt dauert der Vorgang bei feinporigen Harthölzern, die die im Leim enthaltene Feuchtigkeit schwerer aufnehmen, entsprechend länger.
Die Trocknungszeit
Je nach Leim und Auftragsdicke trocknet Holzleim mehr oder weniger schnell. Die Zeitspanne reicht von einer bis zu 24 Stunden. Danach ist die Verbindung zwischen den Werkteilen in der Regel fest. Beschleunigt werden kann die Trocknungszeit durch Verwendung eines Ventilators, der für schnelleren Luftaustausch sorgt und so Feuchtigkeit abführt.
Das Aushärten
Das völlige Aushärten des verleimten Holzes erfordert weitere zwei bis sieben Tage. Dann hat das Holz die gesamte Flüssigkeit aus dem Leim aufgenommen und an die Luft abgegeben.
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